Großübung des Landkreises Barnim

THW Eberswalde mit BHP 25 angefordert

26. Oktober 2019 -

Auf unsern Pagern fand sich am Samstag die Meldung: „M:MANV-Gross Bernau bei Berl Waldfrieden“. Schnellstmöglich machten wir uns mit allen verfügbaren Kräften auf den Weg nach Bernau zum dortigen Freibad. Die ersteintreffenden  Kräfte des Rettungsdienstes meldeten 25 Verletzte nach einem Chlorgasaustritt. Einige waren bewusstlos, andere bekamen kaum Luft und überall liefen hilflose und teils verwirrte Menschen umher. Nach Einweisung durch den Leitenden Notarzt begannen wir gemeinsam mit der DRK mit dem Aufbau des Behandlungsplatzes 25.


Seit vielen Jahren stellt das THW Eberswalde sicher, dass im Falle eines Massenanfalls Verletzter (MANV) der Abrollbehälter-BHP (AB-BHP) in den Einsatz gebracht wird. Im Einsatzgebiet errichten die Helfer von THW und DRK dann die Zelte des BHP, statten sie mit Material aus und sorgen für Licht und Wärme in den Zelten. Sie stellen damit einen der beiden Technik-Trupps im Gefüge der Schnelleinsatz-Einheit Sanität (SEE-San) des Landkreises. So geschehen auch bei dieser Übung. Nach der Herstellung der technischen Einsatzbereitschaft des BHP übernahmen die Helfer weitere Einsatzaufgaben, wie die Sicherstellung des technischen Betriebs und den Transport von Patienten durch den Behandlungsplatz. Ferner übernahm eine Führungskraft des THW die Funktion des Leiters des BHP.

 

Landrat Daniel Kurth bedankte sich im Anschluss bei allen Beteiligten. Die Übung habe gezeigt, wie anspruchsvoll eine solche Lage sei: „Ihr Einsatzwille ist – auch vor dem Hintergrund einer ehrenamtlichen Tätigkeit – nicht hoch genug zu würdigen.“

 

Auch Mark Hudek, Truppführer im THW Eberswalde, der während der Übung verschiedene Aufgaben übernahm, war von der gesehenen Leistung überzeugt: „Ich bin begeistert wie gut das ganze, ohne Notwendigkeit vieler Worte, von Statten ging. Die Teams der Organisationen machen auf mich,Stand heute, einen sehr gut eingespielten Eindruck. Die wiederkehrenden Trainings haben sich wohl gelohnt. Hier muss man aber sicher dran bleiben, damit das so bleibt. Für mich war es nicht die erste Übung, trotzdem stelle ich wieder verblüfft fest: Das rege Treiben und der Fokus darauf, die mir zugeteilten Aufgaben schnell und ordentlich auszuführen, haben dazu geführt, dass ich gar nicht nachdenken konnte, was da um mich herum passiert. Ich habe nicht mehr zwischen Echt und Unecht unterscheiden können. In diesem Moment zählt zu funktionieren und zu tun was nötig ist. Ich bin stolz darauf, dass ich mich vor einigen Jahren dazu entschieden habe, dem THW beizutreten und heute ein Teil dessen sein darf. Ein gutes Gefühl.“

 

Ohne regelmäßige Ausbildung durch die einzelnen Hilfsorganisationen und den Landkreis Barnim wäre eine so komplexe Notfallrettung wie in der Übung gezeigt nicht möglich – hier ziehen haupt- und ehrenamtlich Beteiligten an einem Strang. Für die meist ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bedeutet das, einen Teil ihrer Freizeit dafür zu verwenden, anderen Menschen in der Not helfen zu können.

 

Bilder: Florian Brix


Bericht von Christian Richter





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